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Paul Czerlitzki   |   DÜSSELDORF   07-09-18 - 03-11-18

 

 

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7. September - 3. November 2018

Viele glauben, in der Malerei sei bereits alles gesagt. Doch wissen wir wirklich, wie ein Bild entsteht? Der alte Ursprungsmythos berichtet vom Abdruck Christi Antlitzes im Tuch der Veronika und suggeriert damit, dass Bilder nicht nur ein Abdruck sind, sondern dass ihnen auch etwas haptisch Materielles anhaftet. Czerlitzki befestigt Leinwände auf der Wand, besprüht sie mit Farbe. Anschließend entfernt er die Leinwände. Zurück bleiben Farbspuren, die durch das Gewebe der Leinwand durchgesickert sind. Sie bilden Strukturen, die der unmittelbare Abdruck der Gewebestruktur der Leinwand sind. Die Leinwand in ihrer materiellen Beschaffenheit wird zum Bild.

Während des Sprühprozesses legt Czerlitzki Leinwände auf den Boden, auf die sich Partikel der im Raum zerstreuten Farbe absetzen. Es entstehen monochrom aussehende Bilder, die nicht fixiert werden, weshalb jede Berührung ihrer Bildfläche Spuren hinterlässt. Czerlitzki lässt diese empfindlichen Bilder transportieren. Dabei nimmt er bewusst in Kauf, dass deren Oberfläche durch die Berührungen zerstört wird. Dabei schafft die Zerstörung jedes Mal ein neues Bild. So wird ein ursprünglich zerstörerischer Prozess zum Bild schaffenden Prozess. Czerlitzkis neuste Bilder bestehen aus in Knochenleim getränkten Leinwänden, deren auf Keilrahmen gespannte Oberfläche durch den Trocknungsprozess zu einer Elefantenhaut ähnlichen, bräunlichen Hülle wird. Diese so geschrumpfte Bildoberfläche überzieht er dann mit klarem Acrylgel, welches den Bildern eine abweisende Künstlichkeit verleiht. Czerlitzki nennt diese Bilder „Fleshout“. Auch sie sind das Ergebnis nicht eines Malaktes, sondern eines banalen Trocknungsprozesses, der die Leinwand zur stark haptisch wirkenden Haut verwandelt.

Noemi Smolik


Paul Czerlitzki (*1986 in Gdansk, Polen, lebt und arbeitet in Düsseldorf) studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Katharina Grosse. Das Kunstmuseum Bonn zeigt aktuell im Rahmen seiner neuen Sammlungspräsentation "Re-Vision" einen Raum von Paul Czerlitzki. Seine Arbeiten wurden u.a. im Projekt Neuer Norden Zürich, in der Bundeskunsthalle in Bonn, im Kölnischen Kunstverein, in der Akademie-Galerie Düsseldorf und im Leopold Hoesch Museum Düren gezeigt und befinden sich in zahlreichen privaten und institutionellen Sammlungen in Frankreich, in der Schweiz und in Deutschland, darunter in der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland.

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7 September - 3 November 2018


It is believed that there's nothing more to be said in the medium of painting. But do we exactly know how a painting is made? Ancient myths tell about the imprint of Christ's countenance on St. Veronica's Sacred Shroud and suggest that there is also something genuine physically inherent in images. Czerlitzki sprays colours through canvases that are mounted onto walls. Colour traces which have seeped through the textile structure remain on the wall - the instant imprint of the fabric. The canvas itself is defining the painting. While spraying, the artist is placing additional canvases onto the studio floor where colour particles continuously settle. The result: monochrome paintings. Since the pigment is not fixated every slight touch is leaving traces on the fragile surface. When wrapping and shipping these works, the artist deliberately accepts losses and damages. The process of deterioration is actually creating a new image.

The canvases of Paul Czerlitzki's most recent works, titled "Fleshout", have been completely immersed in bone glue. The result of the drying process is a brownish and elephant skin-like surface. The shrinked canvas is covered with acrylic gel attaching a somewhat unapproachable artificiality to the work. So, these paintings are the result of a rather trivial chemical and physical process than that of an act of painting.

Noemi Smolik


Paul Czerlitzki (born 1986 in Gdansk, Poland, lives and works in Düsseldorf) studied at Kunstakademie Düsseldorf with Katharina Grosse. At moment, Kunstmuseum Bonn presents a complete room showing works of Paul Czerlitzki within the context of their exhibition "Re-Vision". His works are shown at Projekt Neuer Norden Zürich, at Bundeskunsthalle in Bonn, at Kölnischen Kunstverein, Cologne, at Akademie- Galerie Düsseldorf and at Leopold Hoesch Museum Düren as well as in numerous private and institutional collections in France, Switzerland and Germany, including the collection of the Federal Republic of Germany. 

 

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