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Wolfgang Plöger

1971

born in Münster, Germany

lives and works in Berlin


1997 – 2001

Muthesius Art Academy, Kiel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2017

Inherited Lies, Konrad Fischer Galerie, Düsseldorf


2014

Inherited Lies, Georg Kargl Box, Vienna

Scene Shifting, ADN-Pförtnerhaus/ Fahrbereitschaft, Berlin

 

2013

by any means necessary, Konrad Fischer Galerie, Berlin

American Typewriter #6, Loge, Berlin

 

2011

Delay, Kunstverein Langenhagen, Hannover

 

2010

Sofia Hultén & Wolfgang Plöger, Galerie Nelson-Freeman, Paris

Der Angeklagte, book presentation (Google Image Search #15), Konrad Fischer Galerie, Berlin

 

2009

Künstlerhaus Bremen, Bremen

Konrad Fischer Galerie, Düsseldorf

 

2007

I did not know anybody was there, Konrad Fischer Galerie, Berlin

Georg Kargl, Wien

100% Fun, Liebaert Projects, Kortrijk

 

2006

Richter Negativ, Artis, 's-Hertogenbosch

 

2005

Prototypes from California, Galleria Paolo Bonzano, Rome

 

2004

Variable dimensions, Stella Lohaus Gallery, Antwerp

 

2003

Meeting Tom, Stella Lohaus Gallery, Antwerp

 

2001

Never Walk Alone, Galerie Enja Wonneberger, Kiel

Stella Lohaus Gallery, Antwerp

 

1999

Plöger und Konsorten, Kunstraum Gaarden, Kiel

SELECTED GROUP EXHIBITIONS

2016

WITH A TOUCH OF PINK - WITH A BIT OF VIOLET - WITH A HINT OF GREEN - Dorothee Fischer in memoriam, Konrad Fischer Galerie, Düsseldorf

 

2015

Transparency, Georg Kargl Fine Arts, Vienna

Summer Show, Konrad Fischer Galerie, Berlin

Berlin Artists' Statements, BWA Contemporary Art Gallery, Katowice

Suspended By Ourselves, L40, Berlin

 

2014

Suspended By Ourselves, ASPN, Leipzig

Words as Doors - in Language, Art, Film, KM - Künstlerhaus Graz

Texte in der Kunst, Georg Kargl Fine Art, Vienna

 

2013

sylt, Kreuzberg Pavillion, Berlin

Cinamatic Scope, Georg Kargl Fine Arts, Vienna

once more, Lokaal 01, Breda

 

2012

The dust blows forward and the dust blows back, UFO presents, Berlin

Session 22 – Reading of all words, ICA London

Neo Concept, Torrione Passari, Molfetta

 

2011

Summer Show, Konrad Fischer Galerie, Düsseldorf

Art in between, Galleria Tiziana Di Caro, Salerno

Vorübergehend unsichtbar, Museum für Moderne Kunst Zollamt, Frankfurt

 

2009

Session 7 Words, Am Nuden Da, London

On the Scene: Jason Lazarus, Wolfgang Plöger, Zoe Strauss, The Art Institute of Chicago, Chicago

Still/Moving/Still, Internationales Fotofestival, Knokke-Heist

 

2008

schatten, Künstlerhaus Bremen

Geschlossene Gesellschaft, KW Institute for Contemporary Art, Berlin

Wolfgang Plöger, Christian Frosi, Jimmy Robert, West London Projects, London

Genau und Anders, MUMOK, Vienna

scene missing, Georg Kargl Fine Arts, Vienna

 

2007

about: blank, Konrad Fischer Galerie, Düsseldorf

Variety, Lokaal 01, Breda

Bei Freunden (Frehrking Wiesehöfer invites Stella Lohaus Gallery), Frehrking Wiesehöfer, Cologne

 

2006

Out of the camera: analoge Fotografie im digitalen Zeitalter, Bielefelder Kunstverein, Bielefeld

 

2005

Locus Loppem, Kunsthalle Loppem, Loppem-Zedelgem

 

2004

models and (e)motion, Hanse Office, Brussels

Medium Medien, Kunsthalle Lingen

I need no map, Overgarden, Copenhagen

Job Koelemijn, Wolfgang Plöger, Gert Robijns, Joèlle Tuerlinckx, Stella Lohaus Gallery, Antwerp

me in front of, artis, 's Hertogenbosch

 

2003

Ars Baltica, Fototriennale, Finland

framing architecture, Elga Wimmer Gallery, New York

60 artists, Pugh Pugh, Berlin

 

2002

Things to see, Stellla Lohaus Gallery, Antwerp

attachment +, Brugge Cultural Capital of Europe, Brugge

 

2001

all' esedra, Villa Manin, Godroipo

Wolfgang Plöger & Erik Van Lieshout, CIAP, Hasselt

Brockman-Preis, Stadtgalerie Kiel

Dix-Preis/IBM Medienpreis, Kunstsammlung Gera

Junger Westen, Kunsthalle Recklinghausen, Recklinghausen

 

2000

Still, (with Gitte Villesen and Elske Neus) Galerie Enja Wonneberger, Kiel

Um und Bei, Kunstverein Schloss Plön

 

1999

Badegäste, Galerie Andreas Schlüter, Hamburg

 

1997

Der Öffentliche Raum, Brunswicker Pavillion, Kiel

 

 

SELECTED BOOKS AND CATALOGUES

silence_storm, published by Port Izmir II, International Contemporary Art Triennial, Necmi Sonmez

genau und anders - Mathematik in der Kunst von Duerer bis Sol Lewitt; published by MuMoK - Museum fuer Moderne Kunst Stiftung Ludwig Wien; Verlag fuer moderne Kunst Nuernberg

out of the camera, published by Stefanie Heraeus, Bielefelder Kunstverein; Kehrer-Verlag, Heidelberg

ik ben artis, published by artis; Roma Publications

what is important?, 3rd Ars Baltica Triennial of Photographic Art; published by Ars Baltica Berlin Office

attachment+ Onzekerheid als rijkdom; published by Roland Patteeuw, Kunsthalle Lophem; Lannoo-Books

dix-preis / ibm-kunstpreis neue medien, published by Ulrike Lorenz; Glaux-Verlag, Jena

gottfried brockmann preis 01, published by Landeshauptstadt Kiel, Stadtgalerie

kunstpreis junger westen 2001 – skulptur, published by Ferdinand Ullrich, Kunsthalle Recklinghausen; Kerber-Verlag, Bielefeld

Noemi Smoelik on Wolfgang Plöger

www.artforum.com/.../issue=201705&section=dusseldorf

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Inherited Lies

Wolfgang Plöger zeigt in den Räumen der Galerie Fischer ein Poster (from the series INHERITED LIES, 2016) mit zwei Farbtafeln. Es  basiert auf einer invertierten Abbildung einer Seite aus der Farbfibel (1917) des Chemikers und Nobelpreisträgers Wilhelm Ostwald, der Anfang des 20. Jahrhunderts eine wissenschaftlich begründete Farbsystematik entwickelte, mit dem Ziel, verbindliche Regeln für die Verwendung von Farben durch Künstler, Designer und Architekten zu erstellen. Allerdings sah sich Ostwald mit einem Problem konfrontiert: die damaligen Drucktechnologien konnten die Farben nicht differenziert wiedergeben. Daher ließ er handkolorierte Farbkärtchen in die schematischen Darstellungen einkleben. 

 

Wolfgang Plöger hat für sein Poster Oswalds Farbtafeln invertiert. Durch diese Manipulation wird das Farbsystem in sein Gegenteil verkehrt und ein anderer Farbraum eröffnet. Als Poster gedruckt, künden die invertierten Farbtafeln von Themen, die allen Arbeiten der Ausstellung inhärent sind:  Farben sind nicht bloß gegeben, sie werden erforscht und systematisiert, um die Wahrnehmung der Welt zu strukturieren. Gleichzeitig unterliegen die Aufzeichnung und die Reproduktion von Farben technisch-medialen Bedingungen, mit Konsequenzen für die Repräsentation von Subjekten.

 

Auf einem schwarzen Poster (It is amazing how often I think something is just the way thinks are turns out to have been a decision made by specific people, 2015) ist in weißer Schrift ein blog aus dem Internet zu lesen, in der eine afro-amerikanische Amateurfotografin den Anstoß zu einer Diskussion über die Darstellung schwarzer Haut in den Medien Fotografie und Film gibt. Unter anderem verweist sie auf Jean-Luc Godard, der sich im Zusammenhang mit einem Filmprojekt in Mozambique weigerte, Material von Kodak zu verwendet. Godard kritisierte einen dem Material inhärenten Rassismus. Bereits in der Frühzeit des Filmes wurde der „europäische Hautton“ zum Standard mit Konsequenzen für die Filmtechnologie. Belichtung, Schminke und die verwendete Chemie im Entwicklungsprozess dienten der kontrastreichen Darstellung weißer Schauspielerinnen. 

 

Wolfgang Plögers Arbeiten nehmen bei Fragen der Subjektrepräsentation ihren Ausgangspunkt, sie untersuchen jedoch auf einer konzeptuellen Ebene, inwieweit die scheinbar neutralen Medientechnologien „Lügen“ weitertragen. White Balance, 2017 besteht aus einer Kombination von Papieren in unterschiedlichen Weißtönen. Um ein farbneutrales Bild zu erhalten, muss die Kamera einen Weißabgleich vornehmen, d.h. die Kamera wird auf die Farbtemperatur des Lichts am Aufnahmeort sensibilisiert. Sie muss in der Lage sein, die verschiedensten Nuancen zu erkennen, um auf dieser Grundlage ein „objektives“ Bild zu erzeugen. Auf dem Poster Black Balance, 2017 ist anhand eines Wikipedia-Eintrag ablesbar, dass der invertierte Begriff nicht existent ist, die Nuancen von Schwarz spielen in den Medientechnologien keine gleichbedeutende Rolle. Der Effekt wird auf einer weiteren Posterarbeit gleichsam vorgeführt, wenn die auf einen vergrößert reproduzierten schwarzen 16mm Filmstreifen gesprühte Farbe aufgesogen wird. Den Konsequenzen für die Bilder von Menschen mit dunkler Haut geht Wolfgang Plöger in weiteren Arbeiten nach: Zitate auf farbigen Filmstreifen umkreisen das Phänomen, dass schwarze Protestbewegungen durch schwarz-weiß footage geprägt sind (inherited lies, 2015); Bildersammlungen Barack Obamas in Farbe und Schwarz-weiss konstruieren vollkommen verschiedene öffentliche Bilder des ehemaligen Präsidenten (Barack Obama, Google Image Search, 2013).

 

Für seine Google Image Search Library (seit 2003) fasst Wolfgang Plöger Bilder aus dem digitalen Medium in Büchern zusammen. Die sich unaufhörlich im Netz verbreitenden Bilder werden mithilfe je eines Schlagworts sortiert und an einem bestimmten Tag und in der Reihenfolgen, in der sie in Google erscheinen, abgespeichert. Eingebunden in ein Buch hält Wolfgang Plöger so das neue Bilderwissen über die Welt fest. Für die Ausstellung in der Galerie Fischer wurden die Bücher zu einer Bibliothek sortiert, in der die Farben der Einbände die Ordnungssystematik bestimmen. Wie sich aus der Kombination von Farben und den Möglichkeiten Bilder auszudrucken neue Ordnungen generieren lassen, untersucht Wolfgang Plöger auch in seinen abstrakten Arbeiten auf Papieren, deren Eigenschaft die Hersteller mit der Bezeichnung „High White Smooth“ beschreiben. In Print Stop sind Drucke in einer rasterförmigen Struktur auf der Wand angeordnet. Farbige Papiere wurden mithilfe einer Rasterfolie, die beim Kopieren von Fotografien Verwendung findet, eingescannt. Die entstanden Farbflächen wurden am Computer manipuliert und mit einem Inkjetprinter ausgedruckt, der im Prozess willkürlich angehalten wurde. Im Ergebnis sieht man, wie sich immer wieder neu Form- und Farbkombinationen generieren. Es ist ein Versuch den digitalen Reproduktions- und Drucktechnologien mit einer künstlerischen Poesie zu entgegnen, den Zufall ins Spiel zu bringen. Für Collection of Prototypes #3, 2016 hat Wolfgang Plöger mithilfe des „color selection tools“ in Photoshop eigene „Farbtafeln“ entwickelt. Auf diesen markieren die gestrichelten Linien des Auswahlwerkzeugs rechteckige Flächen in unterschiedlicher Größe, aber jeweils mittig auf die Farbfläche gesetzt. Diese Farbflächen werden zu monochromen Bildern, in denen die Farbe die Rolle des Bedeutungsträgers übernimmt – Farbe, die manipuliert und immer wieder neu systematisiert werden kann und immer neue Farbräume eröffnet.

 

In Wolfgang Plögers Arbeiten überkreuzen sich Medienreflexionen und Formsprachen der 1960er und 1970er Jahre. Die in den Galerieräumen aufgeschütteten Materialhaufen erinnern an Rainer Ruthenbeck oder Walter de Maria, der die konzeptuelle Dimension seines Materials betonte: „the dirt (the earth) is there not only to be seen, but to be thought about“. Beim genauen Hinsehen findet man in Plögers Schüttungen Farbstücke, denn es handelt sich um Deinkingschlamm, einen Reststoff beim Recycling, der aus den Druckfarben besteht, die vom Papier gewaschen wurden. Es ist eine zufällige Koinzidenz, dass Inherited Lies am 20. Januar eröffnet wurde. Seitdem erhält die Frage nach den Täuschungen der Medien ungeahnte Dimensionen. Wolfgang Plögers konzeptuelle Arbeiten stellen im Fokus auf Farbe die Konsequenzen von Medientechnologien zur Diskussion. Sie sind Teil einer aktuellen Debatte, nehmen sich zugleich jedoch die Freiheit des farbigen Experiments.

 

Antje Krause-Wahl

DÜSSELDORF

20. Jan 2017 - 18. Mar 2017

exhibition


BERLIN

20. Sep 2013 - 26. Oct 2013

exhibition


DÜSSELDORF

23. Oct 2009 - 21. Nov 2009

exhibition


BERLIN

17. Nov 2007 - 26. Jan 2008

exhibition